„Lasst uns froh und munter sein, und uns recht von Herzen freu’n…“ 

Mit diesen allseits bekannten Worten ersehnen Millionen Kinder in Deutschland Jahr für Jahr das Kommen eines weißhaarigen alten Mannes mit Bart, dickem Bauch und einer roten Mütze auf dem Kopf. Richtig - es ist die Rede vom Nikolaus. Was wissen wir nicht alles von ihm? Wie er zu seinem Namen kam. Wo er ursprünglich herstammt. Warum sein Lieblingsrentier „Rudolph“ heißt. Ja, sogar warum er eine Arbeitskluft trägt, die mit den Farben eines kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränkes stark übereinstimmt, ist uns als Mythos mittlerweile geläufig. Aber, wem war bislang bekannt, dass der Nikolaus nicht nur sehr gebefreudig, sondern auch überaus eitel zu sein scheint? Der Nikolaus sammelt sich nämlich selbst – in jeder Form, jeder Größe, jedem Material. Entdeckt er sein Konterfei aus Lego gestaltet, als Diddl-Maus verkleidet, in Seife geformt oder auch gerade einen Handstand vollziehend, kann er der Verlockung seiner selbst einfach nicht widerstehen.

Der Mann hinter der Nikolaussammlung

Einen solchen Eindruck vom Nikolaus könnte man zumindest gewinnen, wenn man in der Vorweihnachtszeit den kleinen idyllischen Wiesbadener Vorort Rambach besucht. Wirft man hier einen Blick durch das sich in der Ortsmitte befindliche „Nikolausfenster“, so überkommt einen das Gefühl, der Nikolaus habe sich hier gerade noch inmitten seiner vielen kleinen Freunde die Füße vor dem lodernden Kaminfeuer gewärmt und sei nur kurz vor die Tür gegangen, um Holz zu holen.

Tatsächlich steckt hinter der außergewöhnlichen Ausstellung, die vom 27. November bis zum 26. Dezember im verlassenen Schaufenster der ehemaligen örtlichen Metzgerei zu bewundern ist, der in Rambach gebürtige Florian Schiesser. Bereits in seiner Kindheit begann der heute 33jährige Nikoläuse jeglicher Art zu sammeln, um damit in der Weihnachtszeit sein Zimmer zu dekorieren. Zwar sorgt der beruflich als Art-Director tätige Rambacher bereits seit über 10 Jahren nicht mehr selbst aktiv für die Vergrößerung seiner Sammlung. Er wird jedoch weiterhin von seiner Familie und seinen Freunden mit Nikoläusen bedacht, wann immer diese ein außergewöhnliches Exemplar entdecken. Auf diese Weise ist das Sortiment an Weihnachtsmännern im Keller über die Zeit weiter angewachsen.

Mittlerweile besitzt der ehemalige Nikolaus-Fan Figuren aus aller Welt. Ein besonders ungewöhnliches Einzelstück mit Cowboyhut, rotem Sattel und Lederhose wurde ihm von seiner Verwandtschaft aus den USA geschickt. Fans schwarzen Humors werden ihren Gefallen an dem mit Stock und Sonnenbrille ausgestatteten „blinden Nikolaus“ finden – so erklärt sich jedenfalls, warum man zum Fest nicht unbedingt das Geschenk erhält, was man sich gewünscht hat. Und für Freunde von Hopfen und Malz hat eines der ausgestellten Einzelstücke sogar einen winzigen Kasten Bier im Gepäck. „Die meisten Exemplare habe ich über die Jahre hinweg von meiner Mutter geschenkt bekommen, die selbst Freude an meiner Sammelleidenschaft hatte.“ Aktuell umfasst die Figurengalerie eine Anzahl von 387 Weihnachtsmännern, deren Größe von einer 1 Cent Münze bis hin zu einem halben Meter reicht.

Anstoß der Ausstellung

In den Jahren 2010 und 2011 war die niedliche Nikolausschar in Rambach schon einmal Mittelpunkt einer Ausstellung im Schaufenster von „Sylvi‘s Friseurstube“ und zog damals begeisterte Blicke von Klein und Groß auf sich. Die Idee zur erneuten Präsentation der dekorativen Weihnachtsszenerie entwickelte sich bereits im November 2014 nach einem traurigen Lebenseinschnitt. „Nach dem überraschenden Tod meiner Mutter, die an einer Krebserkrankung des blutbildenden Systems litt, entstand ziemlich bald schon der Wunsch, zu erinnern und gleichzeitig etwas Gutes zu tun“. Florian Schiesser kam sein altes Hobby wieder in den Sinn. „Ich habe damals schon die Möglichkeit gesehen, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden.“ Der auch im privaten Bereich bei einem Theater­verein kreativ agierende Rambacher hatte die Inspiration, die Mitte seines Wohnortes weihnachtlicher zu gestalten und damit zugleich eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Schauplatz sollte das seit längerer Zeit verlassene Schaufenster der einstigen Metzgerei sein, bei deren Besitzern die Idee auf offene Ohren stieß.

Durch den im Jahr 2014 entstandenen Kontakt zur DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) war für Florian Schiesser der Spendenzweck schnell klar. Die aktuelle Kampagne der gemeinnützigen Organisation konnte zudem auch die Brücke zu dem Motiv des Nikolauses schlagen. Die DKMS fragt auf den Plakaten, die ein kleines blondes Mädchen zeigen, wie es mit großen Augen und hoffnungsvollen Blick aus einem Fenster schaut: „Kennst du das, sehnlichst auf jemanden zu warten?“. Gemeint ist damit tatsächlich das Warten auf einen Stammzellenspender. Aber jeder kann zumindest das Gefühl einer Sehnsucht nachempfinden, wenn er sich erinnert, wie er als Kind auf den Nikolaus gewartet hat.

Wie jeder helfen kann

Für die gemeinnützige Organisation ist nicht nur die Suche nach Stammzellenspendern bedeutsam. Allein die Registrierung eines Spenders kostet die DKMS 40 EURO, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Da nicht jeder potenzielle Stammzellspender die Registrierungskosten aufbringen kann, ist die DKMS auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Das Rambacher „Nikolausfenster“ ist als offizielle Spendensammelaktion im Eventkalender der DKMS aufgenommen. Wer sich daher vor Ort an der fröhlichen Vielzahl der gesammelten Nikoläuse erfreut, kann unter den folgenden Kontodaten direkt an die DKMS spenden:

DKMS
IBAN: DE59 6407 0085 0179 0005 08
BIC: DEUTDESS640
Stichwort: Nikolausfenster

Wenn hierbei das Stichwort "Nikolausfenster" angegeben wird, kann das Geld zudem unmittelbar der Aktion zugeordnet werden. So können die Worte aus dem uns bekannten Lied „Lasst uns froh und munter sein, und uns recht von Herzen freu’n…“ dieses Weihnachten hoffentlich für jeden von uns wahr werden. Jeder Euro hilft.

Nikolausfenster Wiesbaden

Eppsteiner Straße 22
65207 Wiesbaden-Rambach

hohoho@nikolausfenster.de

 

Öffnungszeiten:

27.11. bis 26.12.2017
täglich 7.00 bis 23.00 Uhr

Danke!

An Corinna und Hans-Jürgen für die Bereitstellung des Schaufensters und die Unterstützung beim Aufbau, Michi für den Ansporn das Projekt umzusetzen, Herrn Peters von der DKMS für die gute Zusammenarbeit, Susanne für den tollen Pressetext und die offenen Ohren, Christiane für die Hilfe beim Tapezieren und beim Kulissentransport, Patty für die Unterstützung beim dekorieren, Reimund für die Organisation des Kulissentransportes und den schönen Nikolausmantel, Armin und Marco für die Hilfe beim Kulissentransport, die Theatergesellschaft Lohengrin 1907 e.V. für die Bereitstellung der Kulissenelemente und an alle großzügigen Spender!